Bandar Seri Begawan

Brunei Darussalam: UN-Mitgliedsstaat 32/193

Bandar Seri Begawan, die Hauptstadt Brunei Darussalams, hieß bis 1970 noch Brunei-Stadt, hat nur ca. 33.000 Einwohner und liegt an Brunei-River. Dieser mündet nicht unweit in die Brunei Bay und somit in das südchinesisches Meer. Unter den Einheimischen hat sich BSB als Bezeichnung der Hauptstadt manifestiert. Des Weiteren gehört das Sultanat zu den 5 verbliebenen Ländern, die schuldenfrei sind. Die Verbleibenden 4 sind Lichtenstein, Macau, Palau und die Britischen Jungferninseln. Außerdem gilt der Sultan als reichster Monarch der Welt. Gehandelt wird mit Öl und Erdgas. Da diese Vorräte nach Schätzungen in den kommenden 20 Jahren zur Neige gegen werden, hat der Sultan veranlasst, das besonders der Wirtschaftszweig Tourismus, der traditionell gepflegte Zweig Weberei und die kunstvolle Verarbeitung von Textilien und Holzmöbeln stark gefördert wird. Allgemein ist zu sagen, dass man sehr zukunftsorientiert und klug handelt. Das lässt sich unter anderem an der sehr weit ausgeprägten Infrastruktur erkennen, obwohl vielerorts aktuell kaum, bis gar keine Leute wohnen. Überall wird gebaut und investiert. Das hat auch mit der Wachstumsrate der Bevölkerung zutun, da sie seit 1960 um 3 Prozent gesunken ist und die Tendenz auch bis 2013 weiter auf abnehmendem Kurs war.

Die zwei Sehenswürdigkeiten, die die größte Bedeutung für die Hauptstadt haben, ist zum einen die Sultan-Omar-Ali-Saifuddin-Moschee und zum anderen der Istana Nurul Iman-Palast, der gleichzeitig Wohn- und Regierungssitz des Sultans ist. Das gesamte Gelände ist mehr 120 Hektar und die Grundfläche des Palastes 200.000 Quadratmeter groß. Zum Gelände zählt neben dem Palast eine Sportwagensammlung, inklusive Rennstrecke, sowie ein riesiges Gartenareal. Der Palast selbst hat 1788 Räume, 18 Fahrstühle, 44 Treppenhäuser und 257 Toiletten. Der Thronsaal des Sultans bietet Platz für 2000 und der Bankettsaal für 5000 Personen Platz. Fenster und Torbögen sind aus purem Gold und im gesamten Palast sind über 30 Arten von feinstem Marmor verarbeitet.

Besichtigen kann man dieses unglaubliche Gelände nur an 3 Tagen im Jahr, genannt Eid al-Fitr. So nennen sich die letzten Tage des Fastenmonats Ramadan. Es ist dann jedoch nicht nur eine Besichtigung möglich, sondern zugleich lädt der Sultan zu einem kostenlosen und reichen Festmahl. Außerdem begrüßt er jeden Mann per Handschlag. Frauen empfängt die Königin. An diesen Tagen kommen jährlich über 100.000 Menschen, um die besonderen Momente gemeinsam zu erleben.

Während meines Aufenthalts war kein Ramadan und somit eine Besichtigung nicht möglich. Zeit für dieses riesige Areal hätte ich wohl eh nicht gehabt. Der zweite Tag und gleichzeitig auch schon wieder der Letzte, begann für mich nach dem anstrengenden ersten Tag erst um 13 Uhr. Leider mit schlechten Nachrichten. Während der westliche Teil der Erde schlief, starben über 130 Menschen bei den grausamen Anschlägen in der Hauptstadt Frankreichs. Es gibt nun wirklich schönere Nachrichten, mit den man in den Tag starten möchte. Trotz der dadurch getrübten Stimmung wollte ich die restlichen Stunden nicht tatenlos verklingen lassen und ließ mich deshalb mit dem Taxi zur Sultan-Omar-Ali-Saifuddin-Moschee fahren. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, das Taxen in Brunei eine echte Seltenheit sind und immer einen Tag vorher reserviert werden sollten. Praktisch jeder Bürger in Brunei besitzt mindestens (!) ein Auto. Für die Wenigen, die keins besitzen oder mal Bus fahren wollen, gibt es 8 Buslinien, die aber auch nur von 8-18 Uhr fahren. Als Tourist ist es also nicht gerade einfach sich fortzubewegen, wenn man mein Auto mietet. Selbst zu Fuß ist es nicht immer leicht, da oft keine Fußgängerwege existieren.

Dort angekommen, bot sich mir ein sehr prachtvoller Anblick. Sie gilt als Wahrzeichen der Stadt und wird außerdem als schönste Moschee im pazifischen Raum angesehen. Ferner ist fast ausschließlich aus weißem Marmor und Gold gebaut und bietet gerade im Inneren einen unfassbar schönen Anblick. Es lässt sich nicht in Worte fassen. Fotografieren in der Moschee ist strengstens verboten und wird mit sehr hohen Geldstrafen und ggf. Gefängnis, sowie Peitschenhieben bestraft. Auf dem Gelände befinden sich Dutzende, teils mit Gold verzierte, Springbrunnen und ein perfekt gepflegter Garten. Der Rasen sieht aus, als wäre er mit der Nagelschere geschnitten. Durch die direkte Lage am Brunei-River wirkt die Moschee noch viel mächtiger, als sie es eh schon ist.

Nachdem alle Fotos im Kasten waren, ging es wieder zurück zum Hotel, den Rucksack holen und abschließend zum Flughafen, durch den Sicherheitscheck, zum Gate, in den Flieger und zurück nach Kuala Lumpur.

Fazit:
Ein kleines, aber feines Land, das teils durchaus fragwürdige Gesetze hat (Stichwort: Scharia), jedoch sehr viel für seine Bürger tut und meiner Meinung nach ein unglaubliches Entwicklungspotenzial hat. Ich werde sicherlich noch einmal wieder kommen, um die restlichen Winkel des Landes zu erkunden, denn das Land hat mehr als nur eine Hauptstadt im Angebot. Leider ist der Brunei-Dollar ziemlich stark, da er sich am Kurs des Singapur-Dollars orientiert, der ja bekanntlich dem Euro gegenüber unfreundliche Wechselkurse aufweist. Ergo muss man schon einiges an Kohle mitbringen, um hier mehrere Tage zu residieren. Und meine Unterkunft war, mit 20,- Euro pro Nacht, das Günstigste, was BSB derzeit im Angebot hat.

Sultan-Omar-Ali-Saifuddin-Moschee

Bandar Seri Begawan

Brunei International Airport

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